Luftsicherheitskontrollkraft als Sicherheitsfachkraft gem. §8 & 9 LuftSiG

Ausbildungsbeschreibung:

Luftsicherheitskontrollkraft als Sicherheitsfachkraft gem. §§8 und 9 LuftSiG zzgl. Sachkunde gem. §7 WaffG  zur Bewachung von militärischen Anlagen

Berufsbild:

Sie erhalten im Rahmen eines modular aufgebauten Vorbereitungslehrganges fundierte Kenntnisse über die spezifischen Aufgaben des Luftsicherheitspersonals im Bereich der Luftsicherheitskontrollen an einem deutschen Verkehrsflughafen inkl. Vorbereitung zur Arbeit im militärischen Teil des Flughafens..

Diese Aufgaben ergeben sich aus den Inhalten des Luftsicherheitsgesetzes (LuftSiG) und dem UZwGBW (Gesetz zur Anwendung unmittelbaren Zwangs der Bundeswehr).

Grundsätzliche Aufgaben sind die Kontrolle von Personal und Fracht im Rahmen der Luftsicherheit, die Bewachung des militärischen Geländes mit Personen- und Fahrzeugkontrollen sowie Streifen und Kontrolltätigkeiten. Zusätzlich werden Sie als Eingreifkraft unterwiesen und eingesetzt, die bei Alarmierung auf dem Gelände zur Gefahrenabwehr eingesetzt werden. Der Dienst im militärischen Bereich wird grundsätzlich bewaffnet durchgeführt, die Mitarbeiter sind verpflichtet zu ständigem Training und Weiterbildung in diesem Bereich.

Die Lehrgangsinhalte richten sich nach dem vom Bundesministerium des Innern erlassenen Musterlehrplan für Luftsicherheitsassistenten/Luftsicherheitskontrollkräfte auf deutschen Flughäfen und den Vorschriften zur Bewachung militärischer Anlagen der Bundewehr.

Vor Beginn des Lehrganges muss der Nachweis der Zuverlässigkeit gemäß § 7 LuftSiG erfolgen. Innerhalb des Lehrgangs wird die Zuverlässigkeit zusätzlich über das Bundesamt für Verfassungsschutz geprüft.

Durch die Vorgaben des Auftraggebers / Arbeitgebers wird die Maßnahme durch die Prüfung vor der Bezirksregierung (§8 LuftSiG) und vor dem Luftfahrtbundesamt (§9 LuftSiG) durchgeführt. Zusätzlich wird die Sachkundeprüfung gem. §34a GewO bei der zuständigen IHK abgelegt und die Waffensachkunde gem. §7 WaffG durch den Dienstleister abgenommen.

Lehrgangsinhalte

  • Historische Entwicklung der Angriffe auf den Luftverkehr
  • Warum ist die zivile Luftfahrt ein „attraktives“ Angriffsziel?
  • verschiedene Gefährdungen für die Luftsicherheit
  • potentielle Täter/ Tätergruppen
  • verschiedene Bedrohungslagen
  • Einbindung des nationalen Luftverkehrs in die internationale Luftfahrt
  • Überblick über die relevante deutsche Rechtsordnung
  • tätigkeitsrelevante Grundrechte und Grundrechtseingriffe
  • Luftsicherheitsrecht inklusive Waffen- und Sprengstoffrecht
  • eigene Befugnisse
  • Jedermannsrechte
  • verschiedene Sicherheitsbereiche eines Flughafens
  • Zugangsberechtigungen zu den verschiedenen Sicherheitsbereichen
  • verschiedene Arten der Zugangskontrolle
  • verschiedene Arten von Kontroll- und Durchleuchtungsgeräten
  • Kontroll- und Durchsuchungstechniken
  • verschiedene Verfahren der Gepäckkontrolle
  • manuelle Gepäckkontrolle und Durchsuchungstechniken
  • PKW und LKW Kontrolle
  • Kontroll- und Durchsuchungstechniken im Bereich der Waren- u. Frachtkontrolle
  • Sicherheit von Gepäck und Fracht
  • verschiedene Verfahren der Frachtkontrolle
  • Aufgaben und Befugnisse des Reglementierten Beauftragten

Vorbereitungslehrgang auf die Sachkundeprüfung gem. § 34a GewO (Gewerbeordnung) inklusive Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer

  • Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung
  • Gewerberecht
  • bewachungsspezifische Aspekte des Datenschutzes
  • bürgerliches Recht
  • Straf- und Verfahrensrecht
  • Umgang mit Menschen
  • Umgang mit Verteidigungswaffen
  • Grundlagen der Sicherheitstechnik
  • Unfallverhütungsvorschriften

Waffensachkunde gem. §7 WaffG

  • Waffenrechtliche Bestimmung
  • Rechtliche Grundlagen
  • Waffen- und Munitionskunde
  • Praktische Unterweisung

Dauer der Ausbildung:

88 Tage (68 Tage schulische Vollzeitausbildung, 20 Tage betriebliche Einarbeitungsphase/Praktikum) Bei Veränderung der Regelunterrichtszeiten ist auch eine abweichende Ausbildungsdauer möglich.

Zugangsvoraussetzungen:

  • Mindestalter 21 Jahre
  • polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintragung
  • Zuverlässigkeitsüberprüfung gem. §7 LuftSiG
  • Positive S2-Überprüfung durch das BfV
  • körperliche Eignung (Ausschluss von z.B. Diabetes,           Farbenblindheit und Epilepsie)
  • Führerschein Klasse B (spätestens nach der Probezeit)
  • gesundes Farbsehvermögen
  • Motivation
  • geistige und körperliche Eignung
  • Teamfähigkeit

Abschluss:

  • Befähigungszeugnisse von LBA / Bezirksregierung, je nach Anforderung
  • Institutseigene Teilnahmebescheinigung
  • Waffensachkunde gem. §7 WaffG
  • IHK-Zertifikat Sachkundeprüfung nach §34a GewO

Förderungsmöglichkeiten: 

  • Bildungsgutschein der ArGe/AfA
  • Berufsgenossenschaft
  • Berufsförderungsdienst der Bundeswehr